

Der Autor des Korans glaubte an die Thora und das Evangelium seiner Zeit, widerspricht sie aber
Nach dem Koran habe Gott mehrere Propheten an die einzelnen Völker zu verschiedenen Epochen geschickt, um sich der Menschheit zu offenbaren. So seien das Judentum und das Christentum ursprünglich auch von Gott offenbarte Religionen. Adam, Noa, Abraham, Moses, oder zB. Jesus seien nach dem "heiligen Buch" des Islams richtige Propheten und keine Betrüger gewesen.
Der Koran behauptet, auch von Gott offenbart zu sein, und die selbe Religion wie die an Moses bzw. an Jesus offenbarte Religion zu enthalten, nur dem neuen Kontext angepasst, und diesmal für die ganze Menschheit. Das Problem ist: der Koran widerspricht den vorherigen monotheistischen Religionen. Da sprechen die Muslime von Verfälschung der jüdischen und christlichen Schriften, was von der Geschichte und der Analyse dieser Texte bestätigt ist. Aber Mohammed hatte eine andere Meinung, denn seine Behauptungen zur Thora und zum Evangelium seiner Zeit zeigen, dass er glaubte, dass diese Bücher Gottes authentisches (keinesfalls verfälschtes) Wort. Das Evangelium sagt aus, dass jeder Mensch ein Sünder ist und deshalb verloren ist, dass die einzige Möglichkeit, der ewigen Strafe darin besteht, an Jesus, Gottes Sohn, zu glauben, der am Kreuz gestorben sei, damit die Sünden der Gläubigen vergeben werden, und der auferstanden sei.
Johannes 3:14-16 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Johannes 10:11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.
1. Petrus 2:24 (zwar nicht im Koran selbst, aber im offiziellen Kanon der Kirche) der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
Die Berichte von Jesus Tod und Jesus Auferstehung findet man in Matthäus 27 und 28, Markus 15 und 16, Lukkas 23 und 24, und Johannes 19 und 20
Aussserdem sei Jesus göttlich, denn er sei irgendwie Gott selbst.
Johannes 10:30 Ich und der Vater sind eins.
Johannes 14:9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?
Der Koran reagiert sehr heftig zu diesen Dogmen. Nach seinem Autor habe das Jesus nie gesagt, und die Christen, die an diese Ketzerei glauben, werden in die Hölle kommen. Das wird insbesondere in folgenden Versen ausgedrückt:
Koran 9:30 Die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort ihres Mundes. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Allahs Fluch über sie! Wie sind sie irregeleitet!
Koran 4:157-158 Und wegen ihrer Rede: "Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet"; während sie ihn doch weder erschlugen noch den Kreuzestod erleiden ließen, sondern er erschien ihnen nur gleich (einem Gekreuzigten); und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine (bestimmte) Kunde davon, sondern folgen bloß einer Vermutung; und sie haben darüber keine Gewißheit. Vielmehr hat ihm Allah einen Ehrenplatz bei Sich eingeräumt, und Allah ist allmächtig, allweise.
Koran 4:171 O Volk der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und saget von Allah nichts als die Wahrheit. Der Messias, Jesus, Sohn der Maria, war nur ein Gesandter Allahs und eine frohe Botschaft von Ihm, die Er niedersandte zu Maria, und eine Gnade von Ihm. Glaubet also an Allah und Seine Gesandten, und saget nicht: "Drei." Lasset ab - ist besser für euch. Allah ist nur ein Einiger Gott. Fern ist es von Seiner Heiligkeit, daß Er einen Sohn haben sollte. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah genügt als Beschützer.
Koran 5:116 Und wenn Allah sprechen wird: "O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesprochen: Nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah?", wird er antworten: "Heilig bist Du. Nie konnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hatte. Hätte ich es gesagt, Du würdest es sicherlich wissen. Du weißt, was in meiner Seele ist, aber ich weiß nicht, was Du im Sinn trägst. Du allein bist der Wisser der verborgenen Dinge."
Der Koran enthält auch Widersprüche zur Thora, auch wenn es diesmal nicht um wichtige Dogmen geht. Man kann zum Beispiel das Recht erwähnen, eine Frau wieder zu heiraten, von dem man sich getrennt hatte (es sei denn, es ist das 3. Mal, dann soll sie zuerst jemand anderes heiraten und sich von ihm scheiden, bevor man sie wieder heiraten darf):
Koran 2:229-230 Solche Trennung darf zweimal (ausgesprochen) werden; dann aber gilt, sie (die Frauen) entweder auf geziemende Art zu behalten oder in Güte zu entlassen. Und es ist euch nicht erlaubt, irgend etwas von dem, was ihr ihnen gegeben habt, zurückzunehmen, es sei denn beide fürchten, sie könnten die Schranken Allahs nicht einhalten. Fürchtet ihr aber, daß sie die Schranken Allahs nicht einhalten können, so soll für sie beide keine Sünde liegen in dem, was sie als Lösegeld gibt. Das sind die Schranken Allahs, also übertretet sie nicht; die aber die Schranken Allahs überteten, das sind die Ungerechten. Und wenn er sich von ihr abermals (endgültig) scheiden läßt, dann ist sie ihm nicht mehr erlaubt, ehe sie nicht einen anderen Gatten geheiratet hat; scheidet sich dieser dann (auch) von ihr, so soll es für sie keine Sünde sein, zueinander zurückzukehren, wenn sie sicher sind, sie würden die Schranken Allahs einhalten können. Das sind die Schranken Allahs, die Er den Verständigen klarmacht
was V. Mose 24:1-4 widerspricht:
Wenn jemand eine Frau zur Ehe nimmt und sie nicht Gnade findet vor seinen Augen, weil er etwas Schändliches an ihr gefunden hat, und er einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause entläßt und wenn sie dann aus seinem Hause gegangen ist und hingeht und wird eines andern Frau und dieser andere Mann ihrer auch überdrüssig wird und einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause entläßt oder wenn dieser andere Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hatte, so kann sie ihr erster Mann, der sie entließ, nicht wieder zur Frau nehmen, nachdem sie unrein geworden ist - denn solches ist ein Greuel vor dem HERRN -, damit du nicht Sünde über das Land bringst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gegeben hat.
Oder man kann noch Josephs Geschichte erwähnen: in der Thora schickt Jakob Joseph zu seinen Brüdern (die Schaffe hütteten), um sich zu informieren. Dort entscheiden die Brüder, Joseph zu töten. Dann aber ändert sich ihre Meinung, und sie wollen ihn nur noch als Sklave verkaufen. Sie werfen ihn in einer Zisterne. Madianiten gehen vorbei, sie finden ihn, und holen ihn heraus. Dann wird Joseph (entweder von den Madianiten oder von seinen Brüdern, die beiden Interpretationen sind möglich) der arabischen Karawane Richtung Ägypten verkauft. Dann kommen Josephs Brüder wieder zu Jakob. Im Koran entscheiden Josephs Brüder schon zu Hause, Joseph umzubringen. Sie bitten Jakob, einen Spaziergang mit Joseph zu machen. Dabei werfen sie Joseph in einen Brunnen. Dann kommen sie wieder zu Jakob. Eine arabische Karawane geht vorbeit, sie finden Joseph und nehmen ihn ab, um ihn in Ägypten als Sklave zu verkaufen. Diese Geschiten findet man in 1. Mose 37:12-36 und Koran 12:7-21.
Man soll nicht aus den Augen verlieren, dass Mohammed wahrscheinlich nicht lesen konnte, und sowohl die Thora als auch das Evangelium aus mündlichen Überlieferungen kannte (die natürlich Varianten zum geschriebenen Text aufwiesen). So erkläre ich solche Unterschiede.
Der Koran behauptet, die Juden und Christen hätten keine Ausrede, nicht zu glauben, weil Mohammeds Kommen in der Thora und im Evangelium prophezeit sei:
Koran 7:157 Die da folgen dem Gesandten, dem Propheten, dem Makellosen, den sie bei sich in der Thora und im Evangelium erwähnt finden - er befiehlt ihnen das Gute und verbietet ihnen das Böse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt hinweg von ihnen ihre Last und die Fesseln, die auf ihnen lagen -, die also an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm hinabgesandt ward, die sollen Erfolg haben.
Koran 61:6 Und (gedenke der Zeit) da Jesus, Sohn der Maria, sprach: "O ihr Kinder Israels, ich bin Allahs Gesandter an euch, Erfüller dessen, was von der Thora vor mir ist, und Bringer der frohen Botschaft von einem Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmad sein." Und als er zu ihnen kam mit deutlichen Zeichen, sprachen sie: "Das ist offenkundiger Betrug."
Diese Prophezeiungen sind in der Thora sowie im Evangelium nicht zu finden. Manche Muslime haben zwar diese beiden Bücher durchgekämmt, um Stellen zu finden, die man mit viel Bemühungen und ohne Berücksichtigung des Zusammenhanges auf Mohammed beziehen könnte. Hier ein Beispiel. Nichts ernstes aber. Auf dieser Seite antworte ich auf die Pseudo-Prophezeiung zu Mohammed von Mose V 18:18. Das ist eine Seite insbesondere über die angeblichen Prophezeiungen zu Jesus im alten Testament. Ich erwähne dort Mose V 18:18, weil dieser Vers für die Christen eine Prophezeiung zu Jesu wäre, obwohl eine Betrachtung des Kontextes sowohl ausschliesst, dass es sich auf Jesus, als auch dass es sich auf Mohammed bezieht. Arme jüdische Texte, die von jeder entstehenden Sekte unfair ausgenutzt werden, um sie zu "beweisen"... Für die andere grosse Pseudo-"Prophezeiung" (den "Paraklet" in Johannes 15-16) ist im Text klar, dass es sich um irgendjemand bzw. irgendetwas handelt, das während des Lebens der Apostel von Jesus kommen soll (sonst haben manche Aussagen keinen Sinn).
Wir haben also ein Problem: auf der einen Seite behauptet der Koran, er enthalte die selbe Religion wie die Thora und das Evangelium, die einzige von Gott offenbarte Religion, Gottes Ergebenheit, aber auf der anderen Seite widerspricht er diesen Büchern. Wenn die Christen an ihre "heiligen Schriften" glauben, kommen sie ganz natürlich dazu, Mohammed als Lügner zu betrachten, und den Islam abzulehnen (im Gegensatz dazu, was der Koran behauptet). Die Muslime haben auf verschiedenen Weisen reagiert, um diesen Widerspruch zu erklären. Manche haben gesagt, die Juden und die Christen hätten ihre Schriften nach der Entstehung des Islams verfälscht. Nach anderen hätten sie es schon vor Mohammed getan. Andere haben die problematischen Verse der Thora und des Evangeliums metaphorisch interpretiert. Wir werden uns vor allem mit der zweiten Lösung beschäftigen, da die anderen meiner Meinung nach nicht verteidigbar sind. Es gibt Themen, für die die vier kanonischen Evangelien sehr klar sind. Das ist der Fall für Jesus Kreuzigung und Auferstehung, die in den vier offiziellen Evangelien ganz eindeutig als historische Ereignisse vorgestellt werden (und die sogar der Mittelpunkt ihrer Lehre ist). Man kann nicht sagen, diese Stellen seien metaphorisch zu verstehen, es sei etwas anders gemeint, es sei denn, man hält nicht viel von Wahrheit. Auf der selben Weise basieren die heutigen Übersetzungen der Thora und des Evangeliums auf Manuskripten, die älter als Mohammed sind, was eine Verfälschung nach der Entstehung des Islams ausschliesst.
Es bleibt nur noch die zweite Erklärung, die lautet, die Thora und das Evangelium waren schon vor der Auffassung des Korans verfälscht. Das steht aber im Widerspruch zum Koran. Das "heilige Buch" des Islams betrachtet diese Bücher als Gottes vertrauenswürdige Wort, und manchmal ist es ganz klar, dass die Thora und das Evangelium, die zu Mohammeds Zeit vorhanden sind, gemeint sind. Der Autor des Korans war selbst überzeugt, dass diese Bücher zu seiner Zeit unverfälscht waren, wie wir sehen werden. Für mich handelt es sich um einen groben Fehler von Mohammed, der die Thora und das Evangelium meistens nur aus mündlichen Überlieferungen der arabischen Juden und Christen kannte. Diese mündlichen Berichte wiesen natürlich Varianten zum schriftlichen Text auf. Über die Definition des Evangeliums waren die damaligen Christen nicht einmal einig. Neben den mehrere Jahrhunderte früher von der offiziellen Kirsche vier auserwählten kanonischen Evangelien waren ganz andere Versionen von Jesus Leben und Botschaft im damaligen Arabien zu finden, die von sogenannten "ketzerischen" Christen benutzt waren. Wenn der Autor des Korans mit dem einzigen Wort "Evangelium" (ohne zusätzlichen Hinweis) etwas anderes als was die offizielle Kirche "Evangelium" nannte meinte, kann man wirklich von einer schlimmen Lücke des Korans sprechen.
Nehmen wir an, der Islam wäre die Wahrheit, und nehmen wir an, das richtige Evangelium wäre nicht das offizielle, dann wäre es notwendig, es den Christen ganz eindeutig mitzuteilen, anstatt sie sehr heftig wegen ihres Glaubens zu beleidigen, und auf der anderen Seite das Evangelium (ohne genauer zu erklären, was damit gemeint wird) zu bestätigen. Das wäre eigentlich der wichtigste Punkt für die Christen, weil das ganze Missverständis zwischen Christen und Muslimen darauf basiert. Aber der Koran ignoriert diesen fundamentalen Punkt. Statt Versen wie 9:30 hätte ich lieber folgende Aufklärung im Koran gefunden:
O Christen! Ihr fürchtet Gott, und ihr gehorcht daher den Vorschriften von dem, was ihr für Gottes Wort hält. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Eifer, zu Ihrem guten Willen, zu Ihrer Gehorsamkeit, das ist gut gemeint von Ihnen. Aber es gibt ein Problem: euer Evangelium ist eine Menschenerfindung, die nicht mehr viel mit dem ursprünglichen richtigen Evangelium zu tun hat, das ich an Jesus geschickt hatte. Es enthält falsche Vorschriften, es bringt euch zum Götzendienst, und zu verschiedenen schlimmen falschen Glauben (wie Jesus angebliche Kreuzigung für eure Sünden). Um diese Ketzereien zu vermeiden, vertraut nur noch den Koran, der sicher und fehlerlos ist.
So etwas findet man aber nirgendwo im Koran. Aber da die Option "der Koran irrt" bei den muslimischen Gelehrten undenkbar war, haben sie eine der drei oben erwähnte Lösung gewählt: Verfälschung der Thora und des Evangeliums nach oder vor Mohammed, oder metaphorische Interpretation von dem, was sich eindeutig für hirtorischen Bericht ausgibt. Obwohl all diese Erklärungen ihre eigenen Probleme haben.
Als ich den Islam untersuchte, habe ich mich mit diesem Punkt besonders viel beschäftigt. Ich habe mit Christen, Muslimen, Imamen, debattiert. Ich kopiere übrigens die Email eines Imams darüber (auf französisch), die die typische Antwort von orthodoxen Muslimen darstellt. Ich benutze auch das Buch "La foi à l'Epreuve" ("der Glaube im Test") vom arabischen Christen Chawakat Moucarry, den ich sehr ehrlich finde. Sein Bericht über die Frage: "Sind die Thora und das Evangelium verfälscht?" ist einfach hervorragend. Deshalb benutze ich weitaus dieses Buch für meinen Artikel.
Sammlung von Versen des Korans, die die zu Mohammeds Zeit vorhandenen Thora und Evangelium als Gottes vertraunswerte Wort betrachten:
Zu den koranischen Versen, die die Thora und das Evangelium bestätigen
Antwort, die mir
ein Imam irgendwann geschickt hat (nur in französischer Sprache). Diese Antwort ist sehr representativ für die Antworten, die ich üblicherweise von den orthodoxen Muslimen bekomme.
Zur Antwort auf den Brief des Imams
Zur Zeit habe ich nur einen Teil ins Deutsch übersetzt. Meine ganze Antwort finden Sie hier:
http://www.anti-religion.net/mon_avis.htm
(nur in französischer Sprache).
Die Meinung der ersten moslemischen Gelehrten (noch nicht vorhanden...)
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